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Marius Rieg.

Unternehmertum

Gieske Studios im Wandel der Zeit

Von Marius Rieg · · 3 Min. Lesezeit

Zusammenfassung: Gieske Studios befindet sich seit der Gründung vor drei Jahrzehnten in stetigem Wandel – vom analogen Diafilm über CGI und interaktive Anwendungen bis zu zwei eigenständigen Ausgründungen, Kampart und Luftschloss, die aus internen Abteilungen entstanden sind.

Gieske Studios befindet sich seit der Gründung vor drei Jahrzehnten in einem stetigen Wandel. Angefangen als Fotostudio für Werbekataloge, ist daraus ein Medienhaus geworden, das Fotografie, Videografie, CGI und interaktive Anwendungen unter einem Dach vereint. Was mich an dieser Geschichte am meisten interessiert, ist nicht der einzelne Technologiewechsel, sondern das Muster dahinter.

Vom Diafilm zur digitalen Transformation

Der Übergang von der analogen zur digitalen Fotografie war der erste große Wendepunkt. Gieske Studios gehörte zu den ersten Studios in Deutschland, die diesen Schritt gingen, statt abzuwarten. Diese Bereitschaft, neue Werkzeuge früh auszuprobieren, war der Anfang einer Reise, die bis heute nicht abgeschlossen ist.

Man muss sich vergegenwärtigen, was dieser Schritt damals bedeutete: Die digitale Fotografie war zu Beginn teurer, umständlicher und in der Qualität umstritten. Wer früh umstieg, zahlte Lehrgeld – gewann aber Jahre an Erfahrung, als der Markt schließlich nachzog. Genau dieses Muster – früher Einstieg, bevor eine Technologie sich „rechnet" – zieht sich durch die gesamte Firmengeschichte und erklärt, warum Gieske Studios nie in einer einzelnen Disziplin steckengeblieben ist.

Vom Produktbild zum Kommunikationsmittel

Mit Social Media und dem veränderten Konsumverhalten kam der zweite Umbruch: Fotografie und Bewegtbild wurden vom reinen Mittel zur Produktdarstellung zu Werkzeugen für Interaktion und Kommunikation. Daraus ist bei uns eine eigene Abteilung für Konzeption und Kampagnen entstanden, dazu eine Film- und eine CGI-Abteilung – beide sind seither stetig gewachsen.

Parallel wandelte sich das Selbstverständnis: Ein Studio, das früher Aufträge abarbeitete, wurde zu einem Partner, der Marken berät, Konzepte entwickelt und ganze Kampagnen verantwortet. Die CGI-Abteilung wiederum ging technisch immer weiter – von einzelnen fotorealistischen Produktbildern über interaktive Produktpräsentationen bis zu einer eigenen Motion-Tracking-Software, die Bewegungen im Raum in Echtzeit in Bildreaktionen übersetzt.

Zwei Ausgründungen als Ergebnis

Genau dieses Wachstum hat irgendwann den Rahmen einer einzelnen Abteilung gesprengt. Aus der Konzeptions- und Kampagnenarbeit ist 2022 Kampart entstanden, eine eigenständige Kommunikationsagentur für Markenentwicklung und High-End-Kampagnen. Aus der CGI-Abteilung wurde 2024 Luftschloss, eine Agentur für interaktive KI-, CGI- und Realtime-Projekte. Beide Firmen tragen die Handschrift von Gieske Studios weiter, arbeiten aber unter eigenem Namen und mit eigenem Fokus – weil sich manche Ideen erst dann voll entfalten, wenn sie nicht mehr Teil eines größeren Ganzen sein müssen.

Eine Ausgründung ist dabei kein Abschied, sondern eine Reifeprüfung. Eine Abteilung lebt im Schutz des Mutterhauses – gemeinsame Kunden, gemeinsame Infrastruktur, gemeinsames Risiko. Ein eigenständiges Unternehmen muss seinen eigenen Markt finden, seine eigenen Kunden gewinnen und seine eigenen Fehler machen. Dass sowohl Kampart als auch Luftschloss diesen Schritt gegangen sind, war weniger eine strukturelle Entscheidung als das Eingeständnis, dass beide über den Rahmen hinausgewachsen waren. Die detaillierte Geschichte der CGI-Ausgründung habe ich separat aufgeschrieben.

Was das Muster über Wandel verrät

Rückblickend fällt auf, dass keiner dieser Umbrüche geplant war. Niemand hat 1995 beschlossen, drei Jahrzehnte später zwei Firmen auszugründen. Was es gab, war eine Haltung: neue Werkzeuge ernst nehmen, bevor sie sich durchgesetzt haben, und den Menschen, die damit arbeiten, Raum geben, statt sie in bestehende Strukturen zu zwingen. Wandel war damit nie ein Projekt mit Anfang und Ende, sondern die Standardeinstellung des Hauses.

Das ist auch die Lehre, die ich in meine eigene Arbeit mitgenommen habe – heute im Umgang mit KI, so wie es damals der Umgang mit der digitalen Fotografie war. Die Technologie wechselt, die Haltung bleibt.

Fazit

Dreißig Jahre Gieske Studios zeigen mir vor allem eins: Wandel ist kein Ereignis, sondern ein Dauerzustand. Wer früh genug hinschaut, muss nicht zwischen Kontinuität und Neuanfang wählen – beides lässt sich verbinden, wenn man bereit ist, aus einer Abteilung auch mal ein eigenständiges Unternehmen werden zu lassen. Mehr über die Arbeit von Gieske Studios gibt es auf gieskestudios.com.