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Marius Rieg.

Behind the Scenes

100 Jahre Weserstadion: Ein Legendenspiel, klare Haltung – und unser Portal in der Flutlichtlounge

Von Marius Rieg · · 3 Min. Lesezeit

Zusammenfassung: Werder Bremen hat das 100-jährige Bestehen des Weserstadions mit einem Legendenspiel gegen Real Madrid gefeiert – Endstand 4:3, garniert mit liebevoll inszenierten Nachbauten legendärer Stadionmomente. Bemerkenswert war, wie klar der Verein dabei Haltung gegen Rechts und für Vielfalt zeigte, ohne die eigene NS-Vergangenheit zu verschweigen. Ein persönlicher Rückblick, inklusive unseres KI-Portals, das in der Flutlichtlounge für Gesprächsstoff sorgte.

Am 26. September 2026 wurde im Weserstadion gefeiert: 100 Jahre seit der Eröffnung, begangen mit einem Legendenspiel zwischen Werder Bremen und einer Real-Madrid-Traditionself. Wir waren mit unserem interaktiven KI-Portal in der Flutlichtlounge dabei – und der Abend hat mich noch Tage danach beschäftigt, aus mehreren Gründen zugleich.

Ein Spiel wie aus einem anderen Jahrzehnt

Sportlich war es ein Fest: Werder gewann 4:3, mit Toren von Sokratis Papastathopoulos, Markus Rosenberg, Angelos Charisteas und Diego, der bei seinem Treffer minutenlang bejubelt wurde – "Diego"-Sprechchöre, wie man sie sonst nur aus der Meistersaison 2003/2004 kennt. Genau diese Saison stand ohnehin im Raum: Thomas Schaaf und Otto Rehhagel coachten gemeinsam von der Seitenlinie, Claudio Pizarro als Assistent mittendrin, Ailton auf dem Feld. Real Madrid schickte unter anderem Pepe, Claude Makélélé und Esteban Cambiasso, und ausgerechnet Pepe, sonst für alles andere als Sanftmut bekannt, half Ailton nach einem Zweikampf freundlich wieder auf die Beine.

Die Stadionshow selbst hatte Humor und Geschichtsbewusstsein zugleich: Kurz vor Schluss, beim Stand von 4:3, gingen im gesamten Stadion demonstrativ die Lichter aus – eine liebevolle Persiflage auf den echten Flutlichtausfall beim Bundesligaauftakt 2004 gegen Schalke, als ein defektes Kabel namens "Carola" das Spiel über eine Stunde verzögerte. Diesmal folgte statt eines echten Ausfalls ein mehrminütiger Rückblick auf 100 Jahre Stadiongeschichte auf den Videowänden, begleitet von Lichteffekten und Feuerwerk. Schon in der ersten Halbzeit hatte Schiedsrichter Sven Jablonski absichtlich viel zu früh abgepfiffen, in Anlehnung an einen legendären Fehlpfiff von 1975 – Kellner liefen daraufhin mit "Ahlenfelder" genannten Herrengedecken über den Rasen, benannt nach dem Schiedsrichter, der seinen damaligen Irrtum selbst auf ein Bier und einen Kräuterlikör vor dem Spiel geschoben hatte.

Mehr als Nostalgie: klare Kante

Was mich an diesem Abend genauso beeindruckt hat wie das Spiel selbst: Werder hat die eigene Geschichte nicht nur als Erfolgsgeschichte erzählt. Das Weserstadion wurde 1934 von der Stadt übernommen und in "Bremer Kampfbahn" umbenannt, diente unter anderem als Bühne für NS-Propagandaveranstaltungen wie den "Tag der Wehrmacht" – der Verein selbst hat diese Zeit in den vergangenen Jahren in seiner Vereinschronik gründlich und selbstkritisch aufgearbeitet, bis hin zu einer eigenen Ausstellung im Vereinsmuseum zu jüdischen Spielern und Mitgliedern bei Werder. Dass ein Verein, der gerade sein 100-jähriges Stadionjubiläum feiert, diesen Teil der eigenen Geschichte nicht unter den Tisch fallen lässt, sondern sichtbar macht, hat mir imponiert – genau wie die klare, unmissverständliche Positionierung gegen Rechts und für Vielfalt und Inklusion, die an diesem Abend spürbar war. Feiern und Verantwortung schlossen sich an diesem Abend nicht aus, sie gehörten zusammen.

Unser Portal in der Flutlichtlounge

Mittendrin: unser interaktives KI-Portal, das wir über Luftschloss in der Flutlichtlounge aufgebaut hatten. Es war, ohne Understatement, der Hit des Abends dort – Gäste standen Schlange, probierten aus, kamen wieder, zeigten es der nächsten Gruppe. Genau das ist der Moment, für den wir solche Installationen bauen: nicht Technik als Selbstzweck, sondern ein Werkzeug, das Menschen im Gespräch zusammenbringt, an einem Abend, an dem es ohnehin schon ums Zusammenkommen ging. Zu sehen, wie ernsthaft Fans aller Generationen sich darauf eingelassen haben, mitten in einem Stadion voller hundertjähriger Geschichte, war die beste Bestätigung, die man sich für diese Arbeit wünschen kann.

Fazit

100 Jahre Weserstadion, ein Legendenspiel mit echtem Witz, eine Haltung, die nicht wegsieht, und mittendrin unser Portal, das genau das eingelöst hat, was Technologie können soll: Menschen näher zueinander bringen, statt sie nur zu unterhalten. Ein Abend, der zeigt, dass ein hundertjähriger Verein und ein KI-gestütztes Erlebnis erstaunlich gut zusammenpassen, solange beide für dieselbe Sache stehen.