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Marius Rieg.

Interaktive Installationen

Von Gieske zu Luftschloss: Eine Reise durch die Welt der immersiven Interaktion

Von Marius Rieg · · 3 Min. Lesezeit

Zusammenfassung: Manchmal beginnt eine Technologie nicht mit einem Plan, sondern mit einer Frage. Bei Gieske Studios war es die Frage, ob man auf die VR-Brille verzichten kann – daraus wurde bei Luftschloss eine Reise durch Mailand, Pforzheim und die Frage, wie Bewegung zur neuen Sprache der digitalen Welt wird.

Manchmal beginnt eine Technologie nicht mit einem Plan, sondern mit einer Frage: Was, wenn wir auf das Headset ganz verzichten könnten? Genau diese Frage stand am Anfang einer Reise, die bei Gieske Studios begann und heute, bei Luftschloss, in Messehallen, Showrooms und Redaktionen weiterlebt. Es ist eine Reise darüber, wie viel Nähe zur digitalen Welt entstehen kann, wenn man den Menschen nicht hinter einer Brille verschwinden lässt, sondern mitten im Raum belässt.

Der Ursprung: eine Idee ohne Brille

Gieske Studios war zunächst ein kreatives Studio für Fotografie-, Video- und CGI-Produktionen – doch neben dem Tagesgeschäft ist dort immer wieder Raum für Experimente entstanden. Eines davon trug keinen Namen, nur eine Überzeugung: Digitale Erlebnisse müssen nicht bedeuten, dass man sich von der Umgebung abschottet. Wir wollten etwas bauen, bei dem der ganze Körper Teil der Erzählung wird, statt nur Kopf und Blick in eine simulierte Welt zu verlegen.

Aus dieser Überzeugung wurde ein konkretes Vorhaben: Bewegung sollte selbst zur Schnittstelle werden. Kein Controller, keine Brille – nur ein Mensch, ein Sensor und ein Bildschirm, der auf jede Regung reagiert.

Bewegung als neue Sprache

Technisch steckt dahinter Motion-Tracking: Sensoren erfassen Körper und Gliedmaßen in Echtzeit und übersetzen jede Bewegung auf eine großflächige Projektion. Der Bildschirm wird so weniger zur Anzeige als zu einem Fenster, das mitatmet – dreht man sich, verändert sich die Szene; hebt man die Hand, reagiert das Bild. Es ist ein leiser, aber grundlegender Unterschied zur klassischen VR-Logik: Statt Kopfbewegung und Sichtfeld nachzubilden, überträgt die Technologie die Präsenz des ganzen Körpers.

Das Ergebnis ist eine Form von Interaktion, die weniger erklärt werden muss als eine App oder ein Controller. Man bewegt sich – und die digitale Welt antwortet. Genau diese Unmittelbarkeit macht virtuelle Objekte greifbar, interaktive Kunstwerke gestaltbar und gemeinsames Spiel im Raum möglich, ganz ohne Vorwissen der Teilnehmenden.

Von einem Studio zu einer eigenen Marke

Was als Experiment bei Gieske begann, wuchs über die Jahre zu etwas, das ein eigenes Zuhause brauchte: Luftschloss. Die neue Marke übernahm nicht einfach die Technologie, sondern gab ihr eine klarere Richtung – weg vom Experiment, hin zu Projekten, die kommerziell und künstlerisch zugleich funktionieren müssen. Der Anspruch blieb derselbe wie am Anfang: Erlebnisse zu schaffen, die nicht nur beeindrucken, sondern etwas auslösen.

Mailand: Design, das man begehen kann

Wie viel dieser Anspruch tragen kann, zeigte sich bei einem der ersten großen Projekte für Luftschloss: einer Zusammenarbeit mit Duravit AG, einem der führenden Hersteller von Designer-Badezimmermöbeln. Auf der Salone del Mobile in Mailand – gemeinsam mit Meyle+Müller GmbH+Co. KG umgesetzt – konnten Messebesucher die Designwelt von Duravit nicht mehr nur betrachten, sondern durch eigene Bewegung erkunden. Eine Geste genügte, um Farben zu wechseln, Layouts durchzuspielen oder Animationen auszulösen, die zeigten, wie die Produkte im Alltag funktionieren.

Was dabei auffiel: Aus Betrachtern wurden Mitgestaltende. Und genau dieser Wechsel von passivem Zuschauen zu aktivem Ausprobieren war es, der die Bindung an die Marke spürbar verstärkte – mehr, als es ein klassischer Messestand je könnte.

Pforzheim: eine Zeitung, die man erlebt

Die zweite Station dieser Reise führt weniger in die Welt des Designs als in die des Journalismus. Gemeinsam mit der Pforzheimer Zeitung entwickeln wir derzeit den Insider Hub – eine interaktive Plattform, die redaktionelle Inhalte auf eine neue Weise zugänglich macht. Auf einem großen Bildschirm lassen sich Artikel durch Handbewegungen „durchblättern", Multimedia-Elemente aufrufen und interaktive Grafiken erkunden, ganz ohne Tastatur oder Touchscreen.

Nachrichten werden dadurch nicht einfach nur gelesen, sondern durchschritten – ein Format, das näher am Erlebnis liegt als am klassischen Zeitungskonsum.

Wohin die Reise als Nächstes führt

Was bei Gieske als offene Frage begann, ist bei Luftschloss zu einer Technologie gereift, die heute zwischen Möbelmesse und Lokalredaktion funktioniert – zwei Welten, die auf den ersten Blick kaum unterschiedlicher sein könnten. Genau darin liegt für uns der eigentliche Wert von Motion-Tracking: Es ist kein Produkt für eine einzelne Branche, sondern eine neue Art, wie Menschen und digitale Inhalte aufeinandertreffen können. Wir sind gespannt, welche Station als Nächstes dazukommt.