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Marius Rieg.

Interaktive Installationen

Von Gieske Studios zu Luftschloss: Interaktion ohne VR-Brille

Von Marius Rieg · · 2 Min. Lesezeit

Zusammenfassung: Statt VR-Brillen setzen wir bei Luftschloss auf Motion-Tracking - Bewegungen werden in Echtzeit erfasst und auf große Bildschirme übertragen. Aus einem Experiment bei Gieske Studios wurde so eine eigene Technologie, die heute bei Duravit und der Pforzheimer Zeitung im Einsatz ist.

Virtual Reality mit Brille und Headset ist die naheliegende Antwort, wenn es um immersive digitale Erlebnisse geht. Wir haben bei Gieske Studios früh einen anderen Weg eingeschlagen: eine Interaktion, die ganz ohne Hilfsmittel am Körper auskommt und trotzdem tief in die digitale Welt eintauchen lässt.

Die Anfänge bei Gieske Studios

Gieske Studios war als kreatives Studio für Fotografie-, Video- und CGI-Produktionen bekannt. Daneben haben wir uns immer wieder an neuartigen digitalen Erlebnissen versucht. Unser Ziel: eine interaktive Erfahrung, bei der Nutzer nicht durch eine VR-Brille von der Umgebung abgeschottet werden, sondern mit dem ganzen Körper Teil des Erlebnisses bleiben. Die Idee war, Bewegungen von Körper und Gliedmaßen per Motion-Tracking zu erfassen und in Echtzeit auf große Bildschirme zu übertragen – so, dass Nutzer durch einfache Körperbewegungen digitale Welten beeinflussen und gestalten können.

Motion-Tracking statt VR-Ausrüstung

Statt Kopfbewegungen und Sichtfeld in einer simulierten Welt nachzubilden, setzt unsere Lösung auf Sensorik, die Körper- und Gliedmaßenbewegung in Echtzeit erfasst und auf einer großen Fläche darstellt. Der Bildschirm wird so zu einem Fenster in eine digitale Welt, die sich dynamisch an die Bewegungen der Nutzer anpasst. Ohne jedes Hilfsmittel lassen sich damit virtuelle Objekte manipulieren, interaktive Kunstwerke gestalten oder gemeinsame Spiele steuern – allein durch Präsenz und Bewegung.

Die Ausgründung zu Luftschloss

Die Ergebnisse bei Gieske Studios waren vielversprechend genug, um die Idee eigenständig weiterzuentwickeln – so wurde sie zu einem der Bausteine von Luftschloss. Luftschloss führt diese Arbeit fort, mit einem erweiterten Fokus auf die Integration von Motion-Tracking in kommerzielle und künstlerische Projekte, bei denen Erlebnisse nicht nur visuell, sondern auch emotional und inhaltlich tragen sollen.

Duravit: Produktpräsentation durch Bewegung

Eine der ersten Anwendungen bei Luftschloss war ein Projekt für Duravit, Hersteller von Designer-Badezimmermöbeln. Auf der Salone del Mobile in Mailand konnten Besucher die Designs von Duravit durch ihre eigenen Bewegungen erkunden – mit einfachen Gesten Farben und Designs wechseln, Layouts durchspielen oder Animationen starten, die die Funktionalität der Produkte zeigten, umgesetzt gemeinsam mit Meyle+Müller. Aus passivem Zuschauen wurde aktives Teilnehmen, und genau das hat die Bindung an die Marke spürbar gestärkt.

Insider Hub: die Zeitung neu gedacht

Aktuell arbeiten wir bei Luftschloss mit der Pforzheimer Zeitung an einer weiteren Anwendung dieser Technologie: dem Insider Hub, einer interaktiven Plattform für den Zugang zu redaktionellen Inhalten. Auf einem großen Bildschirm können Nutzer durch Bewegungen von Händen oder Körper durch Artikel „blättern", Multimedia-Inhalte aufrufen und interaktive Grafiken erkunden. Nachrichtenkonsum wird dadurch zu einem Erlebnis, das näher an Interaktion als an klassischem Lesen liegt.

Fazit

Was als Experiment bei Gieske Studios begann, ist bei Luftschloss zu einer eigenständigen Technologie gereift, die heute in unterschiedlichsten Kontexten funktioniert – von Möbelmessen bis zur Lokalzeitung. Motion-Tracking in Kombination mit großflächigen Bildschirmen zeigt, dass immersive Interaktion keine VR-Brille braucht, um tief zu wirken. Wir sind gespannt, welche Anwendungen als Nächstes dazukommen.